Lesung zum Tag des Gedenkens an die NS-Opfer am 26. Januar 2018

»Sie sind eine Mauer um uns gewesen.«
Dänemarks Rettung seiner jüdischen Mitbürger – Der in der Geschichte einzigartige Widerstand in Reichweite des Holocaust

Dass der dänische König mit dem Judenstern durch Kopenhagen geritten sei, ist eine schöne Legende. Bekannt ist die Tatsache, dass die Mehrheit dänischer Juden im Spätherbst 1943 auf Schiffen nach Schweden flüchten konnte. Unbekannt ist, in welch einzigartiger Weise und wie früh König, Staatsregierung, der 1944 ermordete Dichterpfarrer Kaj Munk, die lutherische Kirche und der überwiegende Teil der Bevölkerung sich für die Rettung ihrer jüdischen Mitbürger eingesetzt haben.

Darüber haben sich am Freitrag, 26. Januar 2018, um 19 Uhr im Historischen Ratssaal der Stadt Koblenz Paul Gerhard Schoenborn (ev. Pfarrer und Übersetzer von Kaj Munk) und Christian Hartung (ev. Pfarrer und Autor eines Romans über Munk und den dänischen Widerstand) sowie der Freiburger Germanist und Romanautor Uwe Pörksen und der vielseitige Kenner deutsch-dänischer Geschichte Per Øhrgaard (Kopenhagen) in einem Podiumsgespräch ausgetauscht. Moderiert wurde das Gespräch von dem Kirchenhistoriker Prof. Johannes Meier (Mainz/Koblenz). Reinhard Riecke vom Ensemble des Theaters Koblenz las ausgewählte Texte von Kaj Munk. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Christlich-Jüdischen Gesellschaft Koblenz durchgeführt.

(Wolfgang Hüllstrung)

 

Gedenkstunde zur sog. "Reichspogromnacht" des Jahres 1938

Am Sonntag, dem 12. November 2017, fand um 15 Uhr in der Synagoge in Koblenz (Ecke Schlachthofstraße/Schwerzstraße) eine Christlich-Jüdische Gedenkstunde zur sog. "Reichspogromnacht" des Jahres 1938 statt. Musikalisch wurde die Veranstaltung umrahmt von dem Instrumentalduo Miron Borodulin (Violoncello) und Ella Sinelnikowa (Klavier). Die Ansprache hielt Schulpfarrerin Ruth Stein. Die liturgische Gestaltung lag in Händen des Kantors der Jüdischen Kultusgemeinde. Im Anschluss an die Gedenkfeier legte der Oberbürgermeister einen Kranz auf dem Jüdischen Friedhof nieder.

 

Studientag am 6.11.2017 Studientag "Elie Wiesels Ringen um Gott"

Der diesjähige Studientag fand am Montag, dem 6.11.2017, 17-19 Uhr, im Medienladen, Kurt-Esser-Haus (2. OG), Markenbildchenweg 38 (Bahnhofsvorplatz), 56068 Koblenz statt. Prof. Dr. Daniel Krochmalnik, der an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg lehrt, referierte über Elie Wiesel. Der 1928 in Rumänien geborene, aus einer orthodox-jüdischen Familie stammende Elie Wiesel verfasste als Überlebender des Holocaust zahlreiche Romane und andere Publikationen zu diesem Thema. 1986 wurde ihm der Friedens-nobelpreis zuerkannt. Im Juli 2016 verstarb Elie Wiesel in New York.

 

Vortrag „Martin Luther und die Rabbinen“

Prof. Dr. Michaela Bauks vom Institut für Evangelische Theologie der Universität Koblenz-Landau, stellte anhand von Luthers Vorlesungen zur Urgeschichte (1. Mose 1-11) dessen Auseinandersetzung mit der rabbinischen Bibelauslegung dar. Trotz seiner Hochschätzung des Hebräischen und seiner Ablehnung des Auslegungsdiktats durch kirchliche Autoritäten blieb Luther ein Kind seiner Zeit. In seiner Vorlesung zum 1. Buch Mose (Genesis), einem Alterswerk Luthers, stellt er zwar zahlreiche Bezüge zur jüdischen Exegese her, nimmt diese jedoch primär zum Anlass, die jüdische Sichtweise mit theologischen Argumenten zu widerlegen. So ging es in dem Vortrag auch um Luthers grundsätzliches Verhältnis zu den Juden und zum Judentum.

Zeit/Ort: 18.9.2017, 19 Uhr, im Gemeindesaal der Synagoge.

 

Paul-Eisenkopf-Preis

eisenkopfklein Zur bundesweiten Woche der Brüderlichkeit im März lobt die Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit in allen ungeraden Jahren den mit 1000 EUR dotierten Paul-Eisenkopf-Preis aus. Mit dem Preis sollen Personen, Schulklassen oder andere Gruppen ausgezeichnet werden, die sich im Bewusstsein der deutschen Vergangenheit um das Gelingen des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Religion, Herkunft, Nationalität, Kultur und Weltanschauung bemüht haben beziehungsweise bemühen.

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Stolpersteine

steineAuf Bitten des Kulturausschusses der Stadt Koblenz hat die Christlich-Jüdische Gesellschaft die Recherche, Koordination und Finanzierung des Gedenkprojektes „Stolpersteine“ übernommen. Dabei werden vor dem letzten selbst gewählten Wohnort der Nazi-Opfer Messingplaketten verlegt, auf denen Name, Vorname, Jahrgang und Schicksal der betreffenden Person doku­mentiert sind.

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Links

logo cjg 100und weiterführende Informationen

der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit.

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