Alle gestellten Stühle im Gemeindesaal der Koblenzer Jüdischen Kultusgemeinde sind besetzt, als Dr. Marion Retterath mit Ihrem Vortrag „Das Antlitz des Bedürftigen bei Emmanuel Levinas“ beginnt. Nachdem Sie kurz dessen biographischen Hintergrund erläutert hat, stellt sie sich der Herausforderung, Grundgedanken Levinas in eigene Worte zu fassen, und nimmt die Zuhörenden mit in eine intellektuell herausfordernde Dreiviertelstunde. Ausschließlich in der Begegnung mit dem „Anderen“, so Retterath, liege nach Levinas die Möglichkeit der Überschreitung der Grenze des Alltäglichen. Offen für den Anderen führe das Erfassen von dessen „Antlitz“ auf die „Spur“ zu dem, was bereits vor dem Ursprung aller Zeit gelte: die Verantwortung für den „Anderen“ in seiner Verletzlichkeit und die Achtung seiner Würde.
„Levinas‘ Denken des Anderen ist eine der großen philosophischen Leistungen des 20. Jahrhunderts.“ So würdigt die „Jüdische Allgemeine“ Levinas anlässlich seines 100. Geburtstags am 12.01.2006. Und dass das nach wie vor gilt, wird in der sich an Retteraths Vortrag anschließenden Aussprache deutlich, mag man zum Philosophen Levinas stehen, wie man will.
Mitglieder der Christlich-Jüdischen Gesellschaft und Gäste diskutieren so, wie es sich jeder Veranstalter wünscht: sachkundig, kontrovers und engagiert. Zwei Anwesende geben zu erkennen, dass sie Levinas jenseits der Grenzen Deutschlands (das dieser nach dem Holocaust nie mehr betreten hat) persönlich begegnet sind.
Es bleibt zu wünschen, dass die gerade begonnene Vortragsreihe „Große jüdische Denker“ weiterhin genauso vom Thema begeisterte Referentinnen und Referenten präsentiert sowie interessierte Zuhörende findet, wie es beim ersten Vortrag war.
(Dr. Wilma Rademacher-Braick)

 

Paul-Eisenkopf-Preis

eisenkopfklein Zur bundesweiten Woche der Brüderlichkeit im März lobt die Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit in allen ungeraden Jahren den mit 1000 EUR dotierten Paul-Eisenkopf-Preis aus. Mit dem Preis sollen Personen, Schulklassen oder andere Gruppen ausgezeichnet werden, die sich im Bewusstsein der deutschen Vergangenheit um das Gelingen des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Religion, Herkunft, Nationalität, Kultur und Weltanschauung bemüht haben beziehungsweise bemühen.

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Stolpersteine

steineAuf Bitten des Kulturausschusses der Stadt Koblenz hat die Christlich-Jüdische Gesellschaft die Recherche, Koordination und Finanzierung des Gedenkprojektes „Stolpersteine“ übernommen. Dabei werden vor dem letzten selbst gewählten Wohnort der Nazi-Opfer Messingplaketten verlegt, auf denen Name, Vorname, Jahrgang und Schicksal der betreffenden Person doku­mentiert sind.

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Links

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der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit.

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