An einem hellen Sonntag, dem ersten heißen Sommertag des Jahres, machte sich eine bunt gemischte Gruppe aus Mitgliedern der Koblenzer Jüdischen Gemeinde und der Christlich-Jüdischen Gesellschaft mit dem Bus auf nach Dierdorf, Kreis Neuwied. Hier begrüßte Frau Löwer die Gruppe und führte engagiert durch den Vormittag.
Am „neuen“ jüdischen Friedhof mit seinen ca. 120 Gräbern (Belegungszeit des alten, daneben liegenden und heute eingeebneten Friedhofs: 1746 – 1846) hieß Stadtbürgermeister Thomas Vis die Gruppe willkommen. Michael Meyer, der die Geschichte des Friedhofs vollständig dokumentiert hat, begleitete sachkundig über den Friedhof. Nicht nur hier, sondern auch an der Gedenktafel für die Opfer der Shoa an der Stadtmauer gingen die Gedanken zurück in die Geschichte von jüdischen Bürgerinnen und Bürgern dieses Ortes und die Menschen, für die in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 der unsägliche Schrecken der Naziherrschaft seinen Anfang nahm. Frau Löwer, die sich mit dafür eingesetzt hatte, dass es zu einer Gedenktafel kam, erzählte anschaulich vom Weg bis zur Enthüllung der Tafel als Projekt der Stadt und der christlichen Gemeinden.
Nach einem Mittagessen im Seniorenheim am Uhrturm ging es weiter nach Flammersfeld. Dort besuchte die Gruppe das Haus, in dem Friedrich Wilhelm Raiffeisen von 1848 – 1852 als Bürgermeister tätig war. Zeit seines Lebens waren ihm Verbesserungen im Sozial-, Bildungs- und Infrastrukturbereich ganz besonders wichtig. Angesichts der Verarmung von Bauern infolge einer Hungersnot im Jahr 1846 entwickelte er den ersten Darlehnsverein der Welt. Die Genossenschaftsidee von Raiffeisen (ausgefeilt von ihm und Hermann Schulze-Delitzsch) ist heute Immaterielles Kulturerbe der Menschheit. Stolz präsentierte Josef Zolk, Leiter des Raiffeisenhauses, die Originalurkunde der UNESCO. Aufgrund der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit konnte der Frage, wie antisemitische Ansätze Raiffeisens zu bewerten seien, leider nicht mehr nachgegangen werden.
Gerne hätte die Gruppe die evangelische Basilika, deren Kirchturm um 1100 gebaut wurde, besucht. Leider aber war sie – wie es auch bei manch anderer Kirche zu erleben ist – verschlossen.
Neben den Begleitern vor Ort ist insbesondere Hans-Werner Schlenzig und Luise Löwer Dank zu sagen für die Vorbereitung und Durchführung der diesjährigen Sommerfahrt.
(Dr. Wilma Rademacher-Braick)

 

Paul-Eisenkopf-Preis

eisenkopfklein Zur bundesweiten Woche der Brüderlichkeit im März lobt die Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit in allen ungeraden Jahren den mit 1000 EUR dotierten Paul-Eisenkopf-Preis aus. Mit dem Preis sollen Personen, Schulklassen oder andere Gruppen ausgezeichnet werden, die sich im Bewusstsein der deutschen Vergangenheit um das Gelingen des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Religion, Herkunft, Nationalität, Kultur und Weltanschauung bemüht haben beziehungsweise bemühen.

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Stolpersteine

steineAuf Bitten des Kulturausschusses der Stadt Koblenz hat die Christlich-Jüdische Gesellschaft die Recherche, Koordination und Finanzierung des Gedenkprojektes „Stolpersteine“ übernommen. Dabei werden vor dem letzten selbst gewählten Wohnort der Nazi-Opfer Messingplaketten verlegt, auf denen Name, Vorname, Jahrgang und Schicksal der betreffenden Person doku­mentiert sind.

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Links

logo cjg 100und weiterführende Informationen

der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit.

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