Welch eine gelöste Stimmung im Gemeindesaal der Koblenzer Jüdischen Kultusgemeinde! Die Musikgruppe „Besseder“ und Gesangssolisten aus der Gemeinde traten an gegen Dauerregen und Novembergrau. Mit russischer Folklore und jiddischen Liedern sorgten sie für wippende Füße und immer wieder einsetzenden Zwischenapplaus. Sie boten, ohne dass es ausgesprochen werden musste, auch einen Kontrast zu dem, was an zum Teil unvorstellbar harten Schicksalen von Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde im Raum war: „Wir leben, wir sind hier“, war die Botschaft der Musik. Eine Mut machende Botschaft und eine, die einstimmte auf ein Projekt, für das es Mut braucht, ging es doch bei diesem Begegnungsnachmittag auch um den Auftakt zu einem Zeitzeugenprojekt.
Es steht unter dem Motto "Ihr habt die Erfahrung gemacht, nicht eure Kinder! ... Du sollst sie deinen Kindern wiederholen" (Dewarim/ 5. Mose/ Deuteronomium 11,2; 6,7). Mit den Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde sind Lebenserfahrungen und -geschichten ganz besonderer Art in Koblenz angekommen. Mit ihnen sind nicht selten schlimme Erinnerungen verbunden, über die zu sprechen nicht leicht ist bzw. für die ob ihrer Schwere bisher die Worte fehlen.
An diesem Nachmittag und nicht zuletzt in der Begegnung mit einer Studentin der Hochschule Koblenz, welche die Projektvorstellung von Paul Petzel ins Russische übersetzte und als Person ausstrahlte, dass sie behutsam mit dem umgehen werde, was man ihr anvertrauen würde, haben sich einige Mitglieder der Gemeinde am Sonntag bereit erklärt, ihre Lebenserinnerungen zu erzählen oder aufzuschreiben.
Das macht den Initiatorinnen und Initiatoren des Projekts aus der Hochschule Koblenz, der Jüdischen Gemeinde und der Christlich-Jüdischen Gesellschaft Mut, das Projekt zu wagen. Ein Anfang ist gemacht. Ziel ist es, Lebenserinnerungen in einer Publikation, vielleicht auch in einer Ausstellung für künftige Zeiten zu sichern und für Bildungskontexte aufzubereiten.
Das rheinland-pfälzische Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur hat die Veranstaltung freundlicherweise unterstützt.
(Dr. Wilma Rademacher-Braick)

 

Paul-Eisenkopf-Preis

eisenkopfklein Zur bundesweiten Woche der Brüderlichkeit im März lobt die Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit in allen ungeraden Jahren den mit 1000 EUR dotierten Paul-Eisenkopf-Preis aus. Mit dem Preis sollen Personen, Schulklassen oder andere Gruppen ausgezeichnet werden, die sich im Bewusstsein der deutschen Vergangenheit um das Gelingen des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Religion, Herkunft, Nationalität, Kultur und Weltanschauung bemüht haben beziehungsweise bemühen.

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Stolpersteine

steineAuf Bitten des Kulturausschusses der Stadt Koblenz hat die Christlich-Jüdische Gesellschaft die Recherche, Koordination und Finanzierung des Gedenkprojektes „Stolpersteine“ übernommen. Dabei werden vor dem letzten selbst gewählten Wohnort der Nazi-Opfer Messingplaketten verlegt, auf denen Name, Vorname, Jahrgang und Schicksal der betreffenden Person doku­mentiert sind.

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der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit.

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