Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. Nov. 2025 im Gemeindesaal der JKG

Angesichts zunehmendem Antisemitismus, Diffamierungen und Attacken bleiben einem nach der Gedenkstunde wohlgesetzte Worte im Hals stecken. Sie werden zu einem Klumpen, der auf Auflösung durch uns wartet:

nie wieder!
bald wieder?
schon wieder?
mal wieder.
jetzt wieder.
doch wieder!
nie wieder!

cjg 25 gedenk

Für sein Grußwort zum diesjährigen Pogromgedenken hatte der Vorsitzende der JKG Avadislav Avadiev eine bemerkenswerte „Zeitzeugin“ im Gepäck: ein zur Seite geschobenes Tuch enthüllte den erstaunten Blicken der Anwesenden eine Tora Rolle: dieselbe Tora-Rolle aus der Koblenzer Synagoge, die in der Schoah vor den Händen der Nazischergen gerettet werden konnte. Das wurde vor allem durch den unerschrockenen Einsatz eines deutschen Christen möglich, der dafür sein Leben aufs Spiel setzte. Herr Avadiev redete der deutschen Gesellschaft schwer ins Gewissen wegen der zaghaften oder ganz ausbleibenden Solidaritätsbezeigungen für die jüdischen Gemeinden und das in einem Umfeld demokratischer Freiheit und Rechtsordnung. Haltung bewiesen hätten nur die maßgeblichen deutschen Politiker, aber nicht die allgemeine Zivilbevölkerung.

Die strenge Mahnung fand einen guten Widerhall in den anderen Redebeiträgen, wenn er OB Herr David Langner einer zunehmend polarisierten Gesellschaft die Idee eines Zusammenhaltes entgegenstellte, durch den man sich bei aller notwendigen gegenseitigen Kritik niemals auseinander bringen lassen würde, wenn Frau Prof. Dr. Michaela Bauks von der Uni Koblenz in der Vernachlässigung des jüdisch-christlichen Liebesgebotes eine Hauptursache für den schlimmsten „Tiefpunkt“ in der deutschen Geschichte ausmachte, und Landesrabbiner Reuven Konnik zuletzt in dem „Mut aufzustehen“ das entscheidende Heilmittel dagegen erkannte. 

All diese Gedanken konnten in den Anwesenden nur das Gefühl jenes inneren Brennens verstärken, zum dem bereits zu Beginn das eigens zum Anlass von der anwesenden Komponistin Tamilla Mikailov-Avadiev verfasste und vom Duo Renate und Emanuel Horn zur Aufführung gebrachte Stück mit dem Titel „Flamme der Stille“ eingestimmt hatte, und das hoffentlich noch lange in allen Anwesenden nachwirken wird.

gez. Wilma Rademacher-Braick / Alban Rüttenauer

Fotos: Christoph Simonis

 

Paul-Eisenkopf-Preis

eisenkopfklein Zur bundesweiten Woche der Brüderlichkeit im März lobt die Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit in allen ungeraden Jahren den mit 1000 EUR dotierten Paul-Eisenkopf-Preis aus. Mit dem Preis sollen Personen, Schulklassen oder andere Gruppen ausgezeichnet werden, die sich im Bewusstsein der deutschen Vergangenheit um das Gelingen des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Religion, Herkunft, Nationalität, Kultur und Weltanschauung bemüht haben beziehungsweise bemühen.

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Stolpersteine

steineAuf Bitten des Kulturausschusses der Stadt Koblenz hat die Christlich-Jüdische Gesellschaft die Recherche, Koordination und Finanzierung des Gedenkprojektes „Stolpersteine“ übernommen. Dabei werden vor dem letzten selbst gewählten Wohnort der Nazi-Opfer Messingplaketten verlegt, auf denen Name, Vorname, Jahrgang und Schicksal der betreffenden Person doku­mentiert sind.

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der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit.

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