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November 2016

Um Gottes Willen – keine Gewalt im Namen Gottes“

Jüdisch-Christliche Gedenkfeier anlässlich des 78. Jahrestages der Reichspogromnacht

Avi Avadiev, Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde und jüdischer Vorsitzender der Christlich-Jüdischen

Gesellschaft Koblenz begrüßte die sehr zahlreichen Gäste der Feierstunde im Gemeindesaal der Synagoge

Koblenz.

Für die Christlich-Jüdische Gesellschaft Koblenz begrüßte Vorstandsmitglied Prof. Dr. Pater Alban Rüttenauer. Er

zitierte den jüdischen Journalisten Günter Bernd Ginzel: was wäre gewesen, wenn in der Pogromnacht die

christlichen Kirchen Sturm geläutet hätten, um zum Widerstand und Protest aufzurufen. „In Koblenz kann man es

es sich gut vorstellen: die ehemalige Synagoge im Bürresheimer Hof lag und liegt in direkter Nachbarschaft zur

Florinskirche und zur Liebfrauenkirche. Was wäre hier möglich gewesen! Doch es kam leider anders. Heute

erinnern wir uns, um in Gegenwart und Zukunft Solidarität zu zeigen“.

Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, Oberbürgermeister der Stadt Koblenz, betonte in seinem Grußwort, dass er sich

darüber freue, die Schirmherrschaft über den Bau einer neuen Synagoge in Koblenz übernommen zu haben.

Nach der hebräischen und deutschen biblischen Lesung durch Rabbiner Efraim Yehoud-Desel und

Pastoralreferentin Jutta Lehnert, vertiefte diese den Text. Ihr Fazit : „Mit unseren Worten – vor allem den öffentlich

gesprochenen und geschriebenen - müssen wir vorsichtig umgehen. Jedes Wort, das wir reden, wandelt die Welt

und greift ein in die Psyche der Menschen. Das gilt für das unduldsame oder giftige Wort einer Mutter, das sich in

die Seele eines Kindes einnisten kann genauso wie für die Hasstiraden von politisch Extremen im Internet oder auf

den Straßen.“

Gebete und Segen auf Hebräisch und Deutsch sprach und sang Kantor und Rabbiner Efraim Yehoud-Desel, die

sehr stimmungsvolle und musikalisch ausgezeichnete Umrahmung gestalteten Elke Schäfgen ( Klavier) und Judit

Schlenzig ( Flöte ). Besonders beim letzten, sehr bekannten Stück „Yerushalayim shel zahav – Jerusalem von

Gold“ hörte man beim Refrain viele Stimmen, die mitsangen.

Zum Abschluss der Feier legte Oberbürgermeister Hofmann-Göttig einen Kranz am Mahnmal für die sechs

Millionen ermordeten Juden auf dem jüdischen Friedhof nieder. Rabbiner Yehoud-Desel intonierte die beiden

Gebete „El male rachamim“ ( Gedenken an die Opfer der Shoa ) und „Kaddisch“ ( Totengedenken ).

 

Y. D                  Lehnert und Y. Desel für I. 1

 

 Avadiev für I.jpg            Foto Ho Gö für I.jpg

 

 

Heimatbesuch 2016

Wie in jedem Jahr – und nun schon zum 31. Mal - begann der diesjährige Heimatbesuch mit dem Begrüßungstreffen im Garten des Hotels Brenner. Neben den 16 Gästen waren auch viele Mitglieder und Freunde unserer Gesellschaft gekommen um die Gäste willkommen zu heißen. Unsere Einladung angenommen haben in diesem Jahr : aus Deutschland ( Frankfurt/Berlin/München ) Werner und Christel Appel, die Tochter Miriam Bieberstein mit ihrem Mann, Ruth Homrighausen geb. Appel mit ihrer Tochter Ronit und Mann Michael, Marlene Berg, geb. Appel. Aus U.S.A. Hilda Spanier mit ihrer Tochter Marilyn aus New York sowie Ralph und Jane Salier aus Chicago. Aus Israel kamen Lea Sassoon aus Tel-Aviv, Tami Blättner aus Petah-Tikva, Ronit Rubinstein, geb. Bermann mit ihrem Mann Israel aus Haifa. Vor allem der Besuch der über 90jährigen Hilda Spanier aus New York fand besondere Bewunderung.

Am Montag versammelten sich Heimatbesuch-Gäste, Mitglieder der Christlich-Jüdischen Gesellschaft und der Jüdischen Kultusgemeinde zu einer gemeinsamen Gedenkfeier am Mahnmal auf dem jüdischen Friedhof. Kantor Joseph Pasternak begrüßte die Überlebenden der Shoa, hieß auch die sie begleitenden Familienmitglieder der nächsten Generation willkommen. „Wir, die Generationen nach der Shoa sollen die Erinnerung weitertragen, da es nicht mehr viele Zeitzeugen gibt“. Und er rief allen Anwesenden den Text auf der Gedenkstele ins Gedächnis: „Den Toten zur Erinnerung, den Lebenden zur Mahnung !“

Für die CJG erinnerte Pater Alban Rüttenauer an den 13. Todestag von Pater Eisenkopf an diesem Tag und sagte weiter : „Gegen ( diesen ) Rassenwahn wollen wir hier ein bewusstes Gegenzeichen setzen, ein Zeichen der Solidarität. Wir bestärken uns damit gegenseitig in dem Vorsatz, so zusammenzuhalten und zusammenzustehen, dass es keiner noch so großen politischen Macht, keiner noch so fanatisierten Bewegung mehr gelingen soll, Menschen, die bisher friedlich zusammengelebt haben, so gegeneinander aufzuhetzen, dass sie sich über Nacht wie Mörder und ihre Opfer gegenüberstehen. Wir bemühen uns, den Faden der Geschichte dort wieder anzuknüpfen, wo ihn in der Vergangenheit eine wahnwitzige Politik gewaltsam abgerissen hatte.“

Mit dem gesungenen „El male rachamim“, dem Gebet für die Opfer der Shoa von Kantor Joseph Pasternak endete die Gedenkfeier.

Im Gemeindesaal wurde dann – wie es schon lange Tradition ist – zu einem Vortrag unseres Gastes Lea Sassoon eingeladen. In diesem Jahr hatte sie Fotos und Informationen zum Thema „Die Wüste“ vorbereitet, Allgemeines zur Entstehung der Wüsten in Israel, Tiere und Pflanzen, die in dieser eigentlich lebensfeindlichen Umgebung existieren können, Einblicke in Oasen und Wadis. ( Sehr einprägsam ihre Erklärung : „Ein Wadi ist wie der Rhein ohne Wasser“ ).

Nach dem Vortrag lud die jüdische Kultusgemeinde alle Gäste zu einem liebevoll zusammengestellten Imbiss ein, der Abend klang aus mit vielen Gesprächen, Wiedersehensfreude und Neu-Kennenlernen.

Am Dienstag machten sich Gäste und Freunde auf den Weg an die Mosel. Herr Schlenzig informierte über die früheren jüdischen Siedlungen in den Orten an der Mosel. Die kleine ehemalige Synagoge in Beilstein ist schwer zu finden, liebevoll restauriert, - wenn man vom Andenkenladen im Untergeschoss absieht - aber doch sehr interessant für alle. Touristischer Höhepunkt war danach eine kleine Rundfahrt mit dem Schiff von Cochem aus.

Am nächsten Tag hatte der Oberbürgermeister der Stadt Koblenz, Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig zu einem gemeinsamen Mittagessen eingeladen, dabei waren auch der Leiter des Kulturamtes, Herr Thomas Preusser und die Kulturdezernentin, Margit Theis-Scholz. Der Oberbürgermeister berichtete von den Fortschritten in der Planung der neuen Synagoge, von weiteren Neuigkeiten aus der Stadt Koblenz und von den Bemühungen der Stadt, sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu positionieren.

Der Donnerstag war ohne feste Programmpunkte, die Gäste erholten sich, gingen – wie das Ehepaar Rubinstein – auf Spurensuche nach den Straßen und Plätzen im Leben ihrer Vorfahren oder besuchten Freunde in der Umgebung. Lea Sassoon hielt ihren Vortrag noch einmal in einer Schule, Frau Fölbach aus Vallendar hatte sie dazu eingeladen.

Am Abend trafen sich dann alle Gäste wieder zu einer kleinen privaten Weinprobe in Güls, es wurde viel erzählt und viel gelacht.

Am Freitag Vormittag bestand das Angebot, die neue Stadtbibliothek zu besichtigen und am Nachmittag fand der traditionelle Kaffeenachmittag des Freundeskreises Koblenz-Petah-Tikva statt. Heribert Heinrich vom Förderverein Neue Synagoge berichtete detailliert über den aktuelle Stand zum Bau der neuen Synagoge in der Weißergasse. Besonders freute das Hilda Spanier aus New York, da sie vor rund 92 Jahren in der Weißergasse geboren wurde.

Am frühen Abend besuchten dann alle den Vorabendgottesdienst in der Synagoge, wo der Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde die Gäste herzlich begrüßte und betonte, dass sie in Koblenz und in der Gemeinde jederzeit herzlich willkommen seien.

Gedenk klein         Ehemalige Synagoge Beilstein klein  

im Gemeindesaal klein

 

Sommerfahrt 2016 - Bad Kreuznach

Kürzlich haben sich Mitglieder der Christlich-Jüdischen Gesellschaft Koblenz zu ihrer traditionellen „Sommerfahrt“ auf den Weg gemacht. In diesem Jahr war Bad Kreuznach das Ziel.

Nach einer kurzen Fahrt besuchte man als erstes die Synagoge in Bad Kreuznach, wo die Gruppe von einer Mitarbeiterin der Gemeinde und dem Rabbiner herzlich empfangen und umfassend über das Gebäude ( eine ehemalige Militärkirche ) und die jüdische Gemeinde informiert wurden. Auch ein kleiner Imbiss mit Kaffee, Tee und selbstgebackenem Kuchen stand bereit, so konnten alle wohl gestärkt zu einem geführten Stadtrundgang und der Besichtigung der evangelischen Pauluskirche gehen.

Höhepunkt des Nachmittags war ein Besuch und eine Führung durch das Museum für PuppentheaterKultur. In der großen Ausstellungshalle entführt eine aufwändige Dauerausstellung in die fabelhafte Figurentheaterwelt und manch einer fühlte sich beim Anblick der wohlbekannten Figuren in seine Kindheit zurück versetzt.

 

Der Fremde im Judentum - ein Vortrag von Rabbi Ahrens aus Düsseldorf

Rabbi Jehoschua Ahrens (Düsseldorf) hielt am 6.6.16 auf Einladung der Christlich-Jüdischen Gesellschaft einen Vortrag über das Thema: „Der Fremde im Judentum - die Haltung gegenüber Nichtjuden in der jüdischen Religionspraxis“. Der Gemeinderaum der Jüdischen Kultusgemeinde war gut gefüllt bei diesem sehr aktuellen Thema. Das Auditorium erfuhr, dass das Integrationspotential von Fremden nicht nur mit den eigenen geschichtlichen Erfahrungen des Fremdseins („Ägypten“) begründet ist, dem Anderen also die Aufnahme und Freiheit zu gewähren ist, die das alte Israel an sich selbst erfahren hat. Die Bezogenheit auf die anderen Völker und ein universalistisches Verständnis ist in vielen biblischen Texten Thema. So lebte im Umkreis der Familien häufig Andersgläubige, die in den Volksverbund sozial und rechtlich integriert waren. An einigen Beispielen aus der antiken und rabbinischen Auslegungsgeschichte bis in die Moderne wurde gezeigt, wie sich die Auslegung einzelner Texte im Umgang mit den Nichtjuden - oft historisch bedingt - veränderte, um den aktuellen Bedingungen, in denen die Juden jeweils lebten, zu entsprechen. Eine angeregte Diskussion beschloss den spannenden Vortragsabend.

Rabbi Ahrens studierte an einem traditionellen Rabbinerseminar und an der Bar Ilan Universität in Israel sowie an der Universität für jüdische Studien in Budpest, wo er seinen Magister erlangte. 2010 - 2015 war er als Gemeinderabbiner in bulgarien, in der Schweiz und in Deutschland tätig. Zur Zeit ist er Mitarbeiter an einem Forschungsprojekt zum Jüdisch-Christlichen Dialog an der Universität Luzern. Er lebt mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern in Düsseldorf.

 

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 Rabbi Jehoschua Ahrens und Pfarrer Wolfgang Hüllstrung ( Vorsitzender der CJG Koblenz )

„Ich bin Jüdin, Kennort Berlin, Kenn-Nummer ….“

Mit diesen Worten erfüllte Marie Jalowicz die Vorschrift der Nationalsozialisten für Juden in Deutschland, wenn sie

eine offizielle Person, wie etwa einen Polizisten auf der Strasse, ansprachen.

Eine kurze Episode, die Dr. Hermann Simon in seinem Vortrag mit Lesung von Ausschnitten aus dem Buch

Untergetaucht“, der Lebensgeschichte seiner Mutter, im Gemeindezentrum der Jüdischen Kultusgemeinde vortrug.

Offen und schonungslos schildert Marie Jalowicz, was es heißt, sich Tag für Tag im nationalsozialistischen Berlin

durchzuschlagen: Sie braucht falsche Papiere, sichere Verstecke und sie braucht Menschen, die ihr

helfen.Vergeblich versucht sie, durch eine Scheinheirat mit einem Chinesen zu entkommen oder über Bulgarien

nach Palästina zu fliehen. Sie findet Unterschlupf im Artistenmilieu und lebt mit einem holländischen Fremdarbeiter

zusammen. Immer wieder retten sie ihr ungewöhnlicher Mut und ihre Schlagfertigkeit – der authentische Bericht

einer außergewöhnlichen jungen Frau, deren unbedingter Lebenswille sich durch nichts brechen ließ.

Der Historiker Dr. Hermann Simon, Gründungsdirektor der Stiftung Neue Synagoge Berlin / Centrum Judaicum,

befragte seine Mutter von Dezember 1997 bis kurz vor ihrem Tod im September 1998 zu ihrer

Überlebensgeschichte. 77 Tonbänder wurden zur Grundlage eines einzigartigen Zeitdokuments. Das Buch

„Untergetaucht – eine junge Frau überlebt in Berlin 1940–1945“ erschien 2014 und wurde inzwischen in mehrere

Sprachen übersetzt.

Eingeladen war Dr. Simon von der Christlich-Jüdischen Gesellschaft Koblenz in Zusammenarbeit mit der CJGZ

Recklinghausen und dem Schulreferat des Evangelischen Kirchenkreises Koblenz.

 

Foto Presse Vortrag Dr. Simon

von links : G. Koch, Christlich-Jüdische Gesellschaft Recklinghausen, Dr. Hermann Simon, Berlin, Dr. Anja Diesel, Schulreferat des Ev. Kirchenkreises Koblenz, Pfr. Wolfgang Hüllstrung, Vorsitzender der Christlich-Jüdischen Gesellschaft Koblenz

 

Heimatbesuch 2015

 

Jüdische Gäste und ihre Freunde zu Besuch in Polch, Münstermaifeld und Saffig

Wie jedes Jahr lud die Christlich-Jüdische Gesellschaft Koblenz Überlebende des Holocaust oder

deren Nachfahren zu einem „Heimatbesuch“ ein. Auf dem Programm standen u.a. eine

Gedenkfeier auf dem jüdischen Friedhof, ein Vortrag von Lea Sassoon aus Tel Aviv zur Geschichte

des Zionismus, ein Empfang durch den Koblenzer Oberbürgermeister Hoffmann-Göttig.

„Touristischer“ Höhepunkt war sicher der Besuch der ehemaligen Landsynagogen Münstermaifeld,

Saffig und Polch gemeinsam mit Freundinnen und Freunden aus der Christlich-Jüdischen

Gesellschaft und der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz.

In Münstermaifeld begrüßten Manfred Becker vom Förderverein und der Stellvertretende

Stadtbürgermeister Walter Meurer die Gäste aus Israel, Frankfurt, München und Koblenz.

Diese zeigten sich sehr beeindruckt von der Leistung des Fördervereins, das völlig zerstörte

Bauwerk wieder aufgebaut und zu einem „Lernort“ gemacht zu haben. „Obwohl ich in Koble

nz aufgewachsen bin, wußte ich nicht, dass es hier auf dem Land auch Synagogen gab und gibt“

sagte die über 80jährige Ruth Homrighausen, die heute in Freising lebt.

In Polch informierte Stefanie Maltha über die wechselvolle Geschichte der ehemaligen Synagoge

und berichtete aus ihrer Forschungsarbeit zur Geschichte der ausgewanderten, vertriebenen und

ermordeten jüdischen Familien in Polch.

Begeistert von der Umgebung zeigten sich Ronit und Israel Rubinstein aus der Nähe von Haifa :

„Ihr könnt wirklich froh sein, Ihr wohnt in einer wunderschönen Gegend“, schwärmten sie nach

dem Ausflug.

 

Besichtigung Landsynagoge Polch klein

Foto : Heimat-Besuch Gäste, Mitglieder der Christlich-Jüdischen Gesellschaft und Mitglieder der Jüdischen Kultusgemeinde vor der Ehemaligen Synagoge in Polch.

 

Sommerfahrt 2015

Sommerfahrt klein

Besichtigung der ehemaligen Synagoge in Niederzissen - mit Richard Keuler ( 1. Reihe, 3. von rechts )

 

Auf Reisen

Kürzlich haben sich Mitglieder der Christlich-Jüdischen Gesellschaft Koblenz zu ihrer traditionellen „Sommerfahrt“ auf den Weg gemacht. In diesem Jahr wurden drei Ziele angesteuert: die ehemalige Synagoge in Niederzissen, die Insel Nonnenwerth und das Arp-Museum in Rolandseck.
Richard Keuler vom Förderverein Synagoge erläuterte den interessierten Zuhörern die Geschichte des Hauses und der Menschen, die sich bis 1942 dort zum Gottesdienst versammelten. Er berichtete auch von der Renovierung und Herrichtung dieses Denkmals. Nach einer Besichtigung der Ausstellung „ Tagein tagaus“ mit Fundstücken und Objekten aus dem jüdischen Alltag in Niederzissen fuhr man weiter zur Insel Nonnenwerth.
Schwester Theresia begrüßte die Gruppe und informierte über das Franziskanerinnen-Kloster und seine Geschichte, das Gymnasium und die Sehenswürdigkeiten der Gärten, wie z.B. den Baum, der zu Franz Liszts 30. Geburtstag dort gepflanzt wurde.
Zum Abschluß der Reise besuchte man das Arp-Museum. Dr. Paul Petzel erläuterte die Gemälde der aktuellen Ausstellung „Revolution der Bilder. Von Poussin bis Monet“, die sich der französischen Malerei des 17. bis in das 20. Jahrhundert widmet und in rund 50 Gemälde und Skulpturen von Poussin, Chardin, Houdon, Renoir, van Gogh, Cézanne und anderen die revolutionären Entwicklungen in dieser Zeit zeigt.

 

 

 

Vortrag : Baum des Lebens und Baum der Erkenntnis

 

2015 Vortrag Alban Auf Einladung der Christlich-Jüdischen Gesellschaft Koblenz sprach Professor Dr. Alban Rüttenauer, Pallottinerpater aus Vallendar, im Gemeindesaal der Jüdischen Kultusgemeinde zum Thema „Bäume“.

Er regte die Vorstellungskraft der knapp 40 Zuhörerinnen und Zuhörer an, sich ins Erleben der Bäume – gerade in dieser Frühlingszeit - zu versetzen, um doch über die besonderen Bäume des Paradieses noch zu ganz anderen Themen vorzustoßen: fehlender Gleichberechtigung der Geschlechter, Fanatismus und einem lebensfeindlichen Forschen. Denn wenn vom Baum der Erkenntnis gegessen wird, können die Früchte des Lebensbaumes verspielt sein. Wenn sich z.B. Wissenschaft isoliert und absolut setzt, gereichen ihre Ergebnisse nicht mehr lebensfreundlich. Nur wenn die Menschen in Bezug zum Anderen ihrer selbst bleiben: der Mann zur Frau, das Forschen zur Demut, die Wahrheitsliebe zur Toleranz, bleiben sie „fruchtbar“. So blieb es an diesem Abend auch nicht nur beim Vortrag. Der begabte Pianist Rüttenauer spielte vor der angeregten Diskussion Mendelssohns "Duetto", op. 38 Nr. 6, As-Dur, Andante con moto, auch als Dialog von Mensch und Natur, Gott und Mensch hörbar.

Prof. Dr. Alban Rüttenauer, Pfr. Wolfgang Hüllstrung

 

 

Am Dienstag, dem 10. März 2015, um 18 Uhr ist unsere jährlich stattfindende Mitgliederversammlung im Gemeindesaal der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz, Schwerzstraße 14.

Tagesordnung

1. Begrüßung
2. Tätigkeitsbericht
3. Kassenbericht und Entlastung der Geschäftsführerin
4. Ausschau und Planung 2015
5. Verschiedenes

Im Anschluss hält Prof. Dr. Günter Eßer, Universität Bonn, um 19 Uhr einen Vortrag zum Thema

„Das Judentum hat viele Gesichter“ -

Versuch einer christlichen Annäherung an die Hauptströmungen des heutigen Judentums.

Was wissen Christinnen und Christen vom Judentum? Wo gibt es überhaupt Kontaktmöglichkeiten? Ob­wohl sich die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit mit gutem Erfolg darum mühen, die immer noch bei vielen Zeitgenossen unbekannte „Mutterreligion“ des Christentums bekann­ter zu machen und eine Basis für fruchtbaren Austausch zu schaffen, bleibt für viele das Judentum fremd, um nicht zu sagen ein Fremdkörper. Dass dies auch bei vielen Theologiestudierenden der Fall ist, muss erschrecken.

Doch das Judentum ist kein monolithischer Block. Das heutige Judentum lebt, aber es lebt in und aus ver­schiedenen Strömungen. Der Referent möchte interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer mit den aktuellen Hauptströmungen des Judentums bekannt machen, indem er ihre geschichtliche Herkunft und Entwicklung skizziert und die Hauptmerkmale darstellt. Dabei geht es ihm natürlich nicht um eine Wertung oder Beurteilung innerjüdischer Differenzen. Das steht einem Betrachter von außen nicht zu. Aber für ein Verständnis des lebendigen Judentums heute ist es hilfreich, etwas von der Vielschichtigkeit des Judentums in unserer Zeit zu kennen.

 

 

Feierliche Eröffnung der Woche der Brüderllichkeit am Sonntag, den 8.März um 11.30 Uhr in Ludwigshafen.

In dieser Feierstunde wird dem katholischen Theologen Prof. Dr. Hanspeter Heinz und dem Gesprächskreis "Juden und Christen" beim Zentralkomitee der Katholiken die Buber-Rosenzweig-Medaille 2015 verliehen.

 

Jüdisch-christliche Feier am Sonntag, dem 15. März 2015 in Koblenz

Zum Abschluss der Woche der Brüderlichkeit am Sonntag, dem 15. März 2015, um 15 Uhr laden wir wie in jedem Jahr herzlich ein zu einer jüdisch-christlichen Feier in der Koblenzer Synagoge, Schwerzstraße 14. Die Feier steht unter dem Jahresthema "Im Gehen entsteht der Weg. Impulse christlich-jüdischer Begegnung".

 

 

Es war eine Fahrt durch die Hölle

Die Ausstellung geht von Montag, 26. Januar 2015 (Eröffnung um 18.30 Uhr), bis Mittwoch, 11. Februar 2015, jeweils von 7.30 - 19.00 Uhr (außerhalb der Gottesdienste).

Im Vordergrund von Ausstellung und Gedenkstunde  am 27. Januar stehen die Opfer des Nationalsozialismus aus Koblenz und Umgebung, die Verfolgung in den Konzentrationslagern von Auschwitz oder anderer Vernichtungslager „im Osten“ erlitten haben. Anlass hierür ist die 70. Wiederkehr der Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar 1945. Das Motto der Ausstellung ist den Erinnerungen der Koblenzer Jüdin Eva Salier, geb. Hellendag, entnommen. Sie überlebte die „Hölle von Auschwitz“, während ihre Mutter und Großmutter umgebracht wurden.
Dieses Schicksal und das weiterer NS-Opfer des Nationalsozialismus präsentiert der Förderverein Mahnmal Koblenz in einer eigenen Ausstellung. Auf 20 Personentafeln gibt er den Opfern ihren Namen zurück und stellt ihr Schicksal und das ihrer Angehörigen dar. Porträtiert werden jüdische Opfer, Sinti, Zeugen Jehovas, Zwangsarbeiter und eine evangelische Pfarrerstochter.
Eine Führung durch die Ausstellung ist in Absprach mit dem Förderverein Mahnmal Koblenz möglich.

Weitere Informationen >>> www.mahnmalkoblenz.de

 

 

Am Donnerstag, dem 13. November 2014, um 12.30 Uhr werden im Beisein von Oberbuergermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Goettig auf dem Zentralplatz (Ecke Forum Confluentes) vier Stolpersteine fuer die Familie Kaufmann (Vater, Mutter und zwei minderjaehrige Soehne) verlegt. Darunter ist der 100. Stolperstein in Koblenz.

Die Gestaltung sowie die Finanzierung uebernehmen die Hans-Zulliger-Schule und die Diesterweg-Schule.

 

 

zur Erinnerung an die 70. Wiederkehr der Befreiung des KZ Auschwitz am 27.1.1945

Am Dienstag, dem 27. Januar 2015, um 17.30 Uhr ist die öffentliche Gedenkstunde der Stadt Koblenz für die Opfer des Nationalsozialismus. Sie beginnt mit einer Station am Mahnmal auf dem Reichenberger Platz. Sie wird um ca. 18.00 Uhr fortgesetzt in der Citykirche am Jesuitenplatz. Dort sprechen Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig und der Vorsitzende des Fördervereins Mahnmal Koblenz Dr. Jürgen Schumacher.

Ein interreligiöses Gebet beschließt die Gedenkstunde mit Dechant Thomas Hüsch (römisch-katholisch), Kantor Joseph Pasternak (jüdisch), Superintendent Rolf Stahl (evangelisch) und Pfarrer Ralf Staymann (alt-katholisch).

Veranstaltende: Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz, Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit Koblenz und Stadt Koblenz.

 

 

Für Sonntag, den 09. November 2014, um 15 Uhr lädt die Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit Koblenz wie in jedem Jahr zu einer Gedenkfeier vom 9. November 1938 in den Gemeindesaal der Koblenzer Synagoge, Schwerzstr. 14 ein.
Die Feierstunde steht unter dem Thema "Denkstein und Namensgedächtnis - zur Erinnerung an jüdische Soldaten im 1. Weltkrieg".
Die Ansprache halten Helene Thill und Irina Stern aus Koblenz. Musikalisch gestaltet wird die Feier von Musikerinnen und Musikern der Jüdischen Kultusgemeinde.
Die liturgische Leitung hat Kantor Joseph Pasternak.Nach der Feier in der Synagoge legen Vertreter der Stadt Koblenz einen Kranz am Denkstein auf dem jüdischen Friedhof nieder.

Erster Vortrag (mit Lichtbildern) am Montag, den 24. März 2014, um 19 Uhr:

"Der Tempel in Jerusalem - von der Zeit Salomos bis zur Zeit des Herodes"
Referent: Prof. Dr. Wolfgang Zwickel, Universität Mainz
Ort: Gemeindesaal bei der Synagoge
(Ecke Schwerzstraße/Schlachthofstraße)

Vorschau
Zweiter Vortrag am Montag, 14. Juli 2014, 19 Uhr:
"Jerusalem am Rhein - Geschichte der SchUM-Gemeinden Speyer, Worms, Mainz" (Referentin: Dr. Ursula Reuter, Salomon Steinheim-Institut, Duisburg)

Der dritte Vortrag findet voraussichtlich im November 2014 statt:
"Zur Architektur des Synagogenbaus in Deutschland" (Referent/in angefragt)

 

 

 

rz 16 5 2014

 

Paul-Eisenkopf-Preis

eisenkopfklein Zur bundesweiten Woche der Brüderlichkeit im März lobt die Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit in allen ungeraden Jahren den mit 1000 EUR dotierten Paul-Eisenkopf-Preis aus. Mit dem Preis sollen Personen, Schulklassen oder andere Gruppen ausgezeichnet werden, die sich im Bewusstsein der deutschen Vergangenheit um das Gelingen des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Religion, Herkunft, Nationalität, Kultur und Weltanschauung bemüht haben beziehungsweise bemühen.

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Stolpersteine

steineAuf Bitten des Kulturausschusses der Stadt Koblenz hat die Christlich-Jüdische Gesellschaft die Recherche, Koordination und Finanzierung des Gedenkprojektes „Stolpersteine“ übernommen. Dabei werden vor dem letzten selbst gewählten Wohnort der Nazi-Opfer Messingplaketten verlegt, auf denen Name, Vorname, Jahrgang und Schicksal der betreffenden Person doku­mentiert sind.

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Links

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der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit.

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