Aktuelles

Informationen zu länger zurückliegenden Veranstaltungen sind unter dem Menüpunkt BERICHTE zu finden.

 

Vortrag zum Gedenken an Pinchas Lapide

Am 28. November wäre Pinchas Lapide 100 Jahre alt geworden, wenn er nicht vor 25 Jahren verstorben wäre.

Gleichzeitig hält noch die Trauer über seine fast genau vor einem Monat verstorbene Ehefrau Ruth Lapide an. Yuval Lapide, der Sohn von Pinchas und Ruth Lapide, der sich selbst im Anschluss an seinen Vater als Brückenbauer im religiösen Dialog versteht, hat zu Ehren seines Vaters eine Blütenlese zentraler Texte unter dem Titel „Wer predigte in ihren Synagogen“ veröffentlicht.

Am 22. November hielt er dazu einen Online-Vortrag, der vom Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Rheinland-Süd e.V. und der Christlich-Jüdischen Gesellschaft gemeinsam organisiert wurde. Die am Vortrag Teilnehmenden erhielten ungewohnte Einblicke in die persönlichen Beweggründe, die Pinchas Lapide in den siebziger Jahren dazu bewogen, von Israel aus, das ihm vor der Schoah Zuflucht gewährte, mit seiner Familie (Ruth und Yuval) nach Deutschland zu gehen, von dem das Grauen damals ausgegangen war, und in Frankfurt dauerhaft sesshaft zu werden. Der ursprünglich aus Wien stammende Pinchas Lapide, so führte Yuval Lapide aus, war durch seine Lehrmeister bestens auf eine solche Herausforderung vorbereitet. Vor allem aber spürte er intuitiv die Gunst der Stunde heraus. Die Gesellschaft der Bundesrepublik wurde überkommenen christlichen Anschauungen gegenüber immer misstrauischer und zeigte sich sehr aufgeschlossen für das, was Lapide als Rehebraisierung des NT und der christlichen Theologie bezeichnet hat, die Rückführung der christlichen Botschaft auf ihre hebräischen und damit jüdischen Wurzeln, für das christliche Selbstverständnis mehr von Nutzen als von Schaden.

Manches konnte den Teilnehmenden bis hierhin noch ein wenig abstrakt erscheinen. Ein konkretes Beispiel musste her. Das „Vater Unser“ als Gebet eines Juden im jüdischen Glauben gebetet, den Christen als Gemeinschaftsgebet hinterlassen, bot sich als geeigneter Beispieltext für eine Probe aufs Exempel an. In einer bereinigten Fassung gebetet, die sich am zu rekonstruierenden hebräischen Text orientiert, indem sie zu viel Konjunktiv vermeidet und die Bitte um Schutz vor Versuchung richtig versteht, hält Yuval Lapide im Anschluss an seinen Vater dies durchaus für ein Gebet, das Juden und Christen miteinander beten könnten. Das auf Bitte von Teilnehmenden von Yuval Lapide auf Hebräisch vorgetragene „Vater Unser - Awinu“ bildete den sehr passenden Abschluss dieses mehr im Dialog gehaltenen engagierten Vortrags.

(Alban Rüttenauer)

 

Pogromgedenken am Sonntag, dem 13.11.2022

Das diesjährige Gedenken an die Pogrome vom November 1938 fand erstmals unter aktiver Mitwirkung von Vertretern aller drei abrahamitischen Religionen statt.

Imam Asim Jelovac (Islamische Gemeinschaft der Bosniaken Koblenz e.V.) und Superintendent Rolf Stahl (Evangelischer Kirchenkreis Koblenz) hielten zusammen eine Ansprache. Ihre Geste, der Jüdischen Kultusgemeinde nach einer kürzlich erfolgten gemeinsamen Reise eine Kopie der ‚Sarajevo Haggadah‘ zu überreichen, war als Zeichen von Brüderlichkeit berührend. „Die ‚Sarajevo Haggadah‘ ist, so Rolf Stahl, „sephardischen Ursprungs und entspricht in ihrem Inhalt den üblichen Festbüchlein zum Seder-Abend von Pesach.“

Landesrabbiner David Schwezoff und Vertreter der hiesigen Jüdischen Kultusgemeinde gaben den freien Wortbeiträgen mit Worten aus Psalmen und mit Gebeten den gebührenden Rahmen.

Das Programm, in dem auch der Hausherr der Jüdischen Kultusgemeinde, Avadislav Avadiev, und der Vorsitzende der CJG, Prof. Dr. Alban Rüttenauer SAC, einleitend zu Wort kamen, finden Sie hier >>>

Im Anschluss an die Gedenkfeier legte Oberbürgermeister David Langner einen Kranz am Mahnmal auf dem jüdischen Friedhof nieder. Zuvor hatte er in der Gedenkstunde alle Anwesenden daran erinnert, dass die Worte „Nie wieder darf so etwas wie die Pogromnacht geschehen!“ nur dann Realität werden, wenn jede und jeder am eigenen Platz dafür Sorge trägt.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung virtuos durch die beiden Nachwuchskünstler:innen Elena Salzwedel, Violine, und Floris Kurth, Violoncello, am Klavier begleitet von Karl Heinz Lindemann.

Gastfreundlich hatte die Jüdische Kultusgemeinde im Anschluss an den offiziellen Akt zu einem Imbiss und zu Getränken eingeladen. Auch diese Geste ist der besonderen Erwähnung wert.

(Dr. Wilma Rademacher-Braick)

 

Bruchim Habaim L‘Koblenz.

Willkommen in Koblenz. 4. -11.09.2022 und Heimatbesuch 2022

Unter diesem Motto lud die Jüdische Kultusgemeinde Koblenz mit tatkräftiger Unterstützung der Christlich-Jüdischen Gesellschaft für Brüderlichkeit e. V. Koblenz in ihre Räume und die der Jüdischen Gemeinde an der Nahe ein.

Weitere Kooperationspartner waren der Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e. V. und der Freundschaftskreis Koblenz-Petah Tikva e. V.

Die Festwoche, Teil der „Koblenzer Wochen der Demokratie 2022“, begann am 4. September als Beitrag zum Europäischen Tag der Jüdischen Kultur. Sie wurde im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" durch die Partnerschaft für Demokratie Koblenz und das Kultur- und Schulverwaltungsamt Koblenz unterstützt.

Sieben Nachkommen jüdischer, in der NS-Zeit aus Koblenz bzw. dem Umland geflohener Bürgerinnen aus den USA und Israel waren in dieser Woche als Gast in der Stadt. Zeitzeug:innen der 2. und 3. Generation erlebten gemeinsam mit Menschen verschiedenen Alters aus Koblenz und der Region, dass sie willkommen waren.

Ein bunter Strauß an Veranstaltungen lud ein zu Begegnungen, zum gemeinsamen Rückblick sowie zur Freude am religiösen und kulturellen Erbe. Über zweihundert Menschen haben an dem vielfältigen Programm, das Sie hier finden, teilgenommen. Hervorgehoben seien aus der Fülle von Eindrücken zwei Veranstaltungen, bei denen neue Kontakte entstanden: der großzügige Empfang des Oberbürgermeisters in froher Runde und der rundherum erfreuliche Tagesausflug nach Bad Kreuznach.

Das diesjährige Zusammensein mit Heimatbesuchsgästen machte noch mehr als sonst eine tiefe Verbundenheit von Gastgebern und Gästen deutlich. Ein gemeinsamer Rückblick auf die lange Geschichte der Koblenzer Heimatbesuche (ein Alleinstellungsmerkmal) und die Erinnerung an verstorbene bzw. nicht mehr reisefähige Menschen auf Seiten der Gäste und Gastgeber führten hier und da zu feuchten Augen.

Von 1985 an ist mit nur drei Ausnahmen jährlich ein Heimatbesuch realisiert worden. Manche Gäste kamen über viele, viel Jahre nach Koblenz. Nun gibt es unter unseren Heimatbesuchsgästen keine Zeitzeug:innen des Holocaust mehr. Ein historischer Moment!

Doch kein Abgesang des Heimatbesuchs! Ein Besuch der israelischen Gäste in zwei Oberstufenkursen eines Gymnasiums führte zum Beispiel allen vor Augen, wie wichtig es ist, mit Zeitzeug:innen der 2. und 3. Generation im Gespräch zu bleiben, gerade in Zeiten, in denen mehr denn je wieder Grenzen zwischen Menschen und Nationen gezogen werden.

So verabschiedete man sich mit dem festen Willen, im kommenden Jahr wieder zu einem Heimatbesuch einzuladen und nach Koblenz zu kommen.

(P. Prof. Dr. Alban Rüttenauer, Dr. Wilma Rademacher-Braick)

 

Bruchim Habaim L‘Koblenz

Willkommen in Koblenz. 4. -11.09.2022 / Heimatbesuch

(Die fett und kursiv gesetzten Programmpunkte waren exklusiv Heimatbesuchsgästen und weiteren geladenen Gästen vorbehalten, alle weiteren waren öffentlich zugänglich; jeweils kein Eintritt). Wenn nicht anders vermerkt, fanden die Veranstaltung im Gemeindesaal der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz, Schwerzstr. 14, 56073 Koblenz, statt.

04.09.2022, 18:00 h: Begrüßungsempfang im Hotel Brenner.
05.09.2022, 18:00 h: Empfang durch den Oberbürgermeister der Stadt Koblenz.
06.09.2022: Stolpersteinführung durch Joachim Hennig. Die Führung begann am Haupteingang des Koblenzer Hauptbahnhofs und endete am Mahnmal auf dem Reichensperger Platz. Der Rundgang führte zu 9 Stolperstein-Stationen.
06.09.2022 18:00 h: Tanz, Musik und Geschichten zum Gedenken an kürzlich verstorbene Heimatbesucherinnen mit der Tanzgruppe Tirkedu (Israelische Volkstänze); mit Konstantin Tereshkin (Klarinette), Jüdische Kultusgemeinde Koblenz; mit Beiträgen von Weggefährt:innen.
07.09.2022, 9:00 – 18:00 h: ganztägiger Busausflug zur Jüdischen Gemeinde Bad Kreuznach und Birkenfeld sowie Stadtführung.
08.09.2022: Treffen mit Schülern und Schülerinnen eines Koblenzer Gymnasiums
08.09.2022, 18:00 h: Vortrag von Dr. Ulrich Offerhaus „Der jüdische Friedhof in Koblenz“ mit anschließender Aussprache.
09.09.2022, 15:00 h: Kaffee und Kuchen im Hotel Brenner zusammen mit Heimatbesuchsgästen auf Einladung des Freundschaftskreises Koblenz-Petah Tikva e. V.
09.09.2022, 17:30 h: Führung durch Christoph Simonis: Synagoge Koblenz und jüdischer Friedhof.
09.09.2022 und 10.09.2022 Möglichkeit zum Gottesdienstbesuch an Shabbat.
11.09.2022, 18:00 h: Abschlusskonzert mit der Koblenzer Gruppe „Monjoy“: Klezmermusik.

 

Stolperstein-Verlegungen am 6. Juli 2022

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Sechs weitere Stolpersteine zum Gedenken an jüdische Mitbürger, die unter der Verfolgung des Nationalsozialismus litten, wurden am Mittwoch, 6. Juli, in der Goldgrube verlegt.
Erich Spiegel lebte in der Waisenhausstraße 6 in einer damals sogenannten „Mischehe“ und wurde am 10.8.1943 in Auschwitz ermordet, die Familie Jordan lebte in der Gutenbergstraße 55. Die Eltern, Lion und Selma Jordan, wurden nach Theresienstadt verschleppt, wo der Vater starb, die Mutter wurde von Theresienstadt weiter nach Auschwitz deportiert und verstarb dort. Die volljährigen Kinder der Familie, Karoline, Friedrich Gustav und Hildegard konnten rechtzeitig nach Palästina oder in die USA emigrieren.
Schüler der St. Franziskus-Schule Koblenz hatten zusammen mit ihrem Geschichtslehrer, Herrn Michael Kranz, anhand der Residentenlisten der Stadt Koblenz die Schicksale recherchiert und stellten die Personen im Rahmen einer feierlichen Verlegung der Stolpersteine vor, die von ihnen auch würdig musikalisch umrahmt wurde. Die Schule will die Patenschaft für die Stolpersteine übernehmen, wie es auch schon für weitere Steine geschehen ist. So sollen Opfer des Holocaust auf lokaler, persönlicher Ebene kennengelernt werden, nicht nur die große unpersönliche Masse betrachtet werden.
Die Kulturdezernentin der Stadt Koblenz, Frau Dr. Theis-Scholz, würdigte in einer kurzen Ansprache das Gedenken an die jüdischen Mitbürger und betonte die Wichtigkeit der Erinnerung für die Zukunft. Neben Frau Dr. Theis-Scholz waren auch Frau Jung vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“, Pater Alban Rüttenauer, der neu gewählte Vorsitzende der christlich-jüdischen Gesellschaft Koblenz, sowie Nadine Schmitz, Vorstandsvorsitzende von „Modernes Wohnen“, vor deren Häusern die Steine verlegt wurden, anwesend.
Zum Gedenken an die Mitbürger wurden zum Abschluss der Veranstaltung weiße Rosen an den Stolpersteinen niedergelegt.
(Wolfgang Hüllstrung)

 

Tradition und Innovation:

Vorstandswahl vom 28.06.2022 und Verabschiedungen

Unsere Gesellschaft hat einen neuen Vorsitzenden gewählt. Der 55jährige Pater Prof. Dr. Alban Rüttenauer (Vincenz Pallotti University) tritt die Nachfolge von Kirchenrat Pfarrer Wolfgang Hüllstrung an, der die Position acht Jahre lang innehatte. Drei weitere Vorstandspositionen standen zur Wahl.

„Die rege Beteiligung an der Mitgliederversammlung zeigt, dass der Verein lebt, auch unter eingeschränkten Bedingungen in Zeiten der Pandemie“, betont der neue Vorsitzende. „Gerade jetzt beobachten wir, dass sich auch in Koblenz Vereine auflösen, weil sie niemanden finden, der für den Vorstand kandidiert. Es macht mich froh, dass wir alle Positionen besetzen konnten. Ich begrüße Dr. Paul Petzel (Andernach) als neuen Beisitzer.“ Weiterhin gehören Avadislav Avadiev als 1. Stellvertreter, Dr. Wilma Rademacher-Braick als 2. Stellvertreterin und Geschäftsführerin sowie Christoph Simonis dem Vorstand an.

Hr. Rüttenauer überschreibt seine Ideen für die nächsten Jahre mit „Tradition und Innovation: bewusst Bewährtes fortführen und beherzt Neues ausprobieren. Sich dieser Herausforderung zu stellen, ist auch das erklärte gemeinsame Ziel von uns als Gesamtvorstand“, betont er. „Da wird es etwa darum gehen, die hergebrachten regelmäßigen Veranstaltungen mit neuen ansprechenden Formaten zu versehen, einen lebendigen Austausch mit den eigenen Mitgliedern sowie den anderen Vereinen aufrechtzuhalten, um so auf Erwartungen von innen und außen angemessen reagieren zu können. Das Hauptziel bleibt bei alledem für uns die Überwindung von Antisemitismus und Intoleranz sowie die Förderung von Frieden und Dialog durch anhaltende Überzeugungsarbeit und gelebtes Beispiel.“

Zwei Mitglieder wurden aufgrund ihrer langjährigen Vorstandsarbeit gewürdigt und verabschiedet: Gernot Jonas und Hans-Werner Schlenzig. Die Verabschiedung von Hrn. Hüllstrung aus dem gewählten Vorstand und der Dank an ihn erfolgen zu einem späteren Zeitpunkt.

(Dr. Wilma Rademacher-Braick)

 

Nachgeholtes Konzert im Rahmen von "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland"

Unter dem Titel "Songs of Salomon" (Plakat) fand am Sonntag, 26. Juni, 19 Uhr, in der Florinskirche ein nachgeholtes Koinzert im Rahmen des Festjahrs "Jüdisches Leben in Deutschland" statt. Aufgeführt wurden Werke hebräischer und latenischer Psalmen aus jüdischer und christlicher Musiktradition. vertont von Salomone Rossi, Aspirillio Pacelli, Claudio Monteverdi und Heinrich Schütz. Dabei wurden in hebräischer Sprache mehrstimmige Vertonungen folgender Gebete aus der jüdischen Liturgie vorgetragen: Hashkivenu Adonai, Shir Hama'alot, Mizmor leToda, Ein Keloheinu und Adon Olam (siehe hier das Programm).
Musiziert haben das Mozarteum vocalEnsemble Salzburg, das Ensemble Cantus Floridus, die Cappella Confluentes unter Leitung von Jörn Andresen. Das Konzert wurde finanziell gesponsert von der Evangelischen Kirche im Rheinland und war Teil der landeskirchlichen Konzertreihe "Begegnungen mit Musik aus jüdischer und christlicher Tradition".
(Wolfgang Hüllstrung)

 

"Lebens.Kunst.Weisheit. Eine Ausstellung". 24. Juni – 17. Juli 2022

Wir freuen uns sehr, dass eine zweimal verschobene Ausstellung zum Thema „Weisheit“ nun durchgeführt werden kann. Die von einem Autoren -Team vorbereitete Wanderausstellung wurde schon an mehreren Orten gezeigt. In Koblenz wird sie durch die Katholische Hochschulgemeinde Koblenz, die Katholische Erwachsenenbildung, die Citykirche Koblenz am Jesuitenplatz und die CJG realisiert.
Pfarrer Johannes Stein, (Mitglied des Autoren-Teams und) neues Mitglied im erweiterten Vorstand der CJG, gestaltet einige der Begleitveranstaltungen.
Alle Details zur Ausstellung und zum Programm finden Sie hier. Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, dem 24. Juni 2022, 19:00 Uhr, in der Koblenzer Citykirche.
(Dr. Wilma Rademacher-Braick)

 

Ehrung von zwei Verstorbenen durch Setzen von zwei Bäumen, 26. März 2022

Ein Mitglied unserer Gesellschaft, Frau Ingeborg Markowski, hat großzügig die Kosten für die Pflanzung von zwei Bäumen in Vallendar übernommen. Bei der Aktion vom 26. März setzte unser Vorstandsmitglied Prof. Dr. Alban Rüttenauer im Rahmen der Festtagswaldpflanzung 2022 einen Baum für den früh verstorbenen langjährigen 1. Vorsitzenden der CJG, Prof. Dr. Paul Eisenkopf (1939 – 2003). Nach ihm ist der Preis benannt, den die CJG alle paar Jahre verleiht (Nähere Informationen zu ihm und zu diesem Preis finden Sie auf dieser Homepage). Fragt man diejenigen, die ihn kannten, beginnen sie sofort, von ihm und seiner den Menschen zugewandten Art zu sprechen. Sein besonders Anliegen galt dem Heimatbesuch ehemaliger jüdischer Bürgerinnen und Bürger.
Für eine dieser Heimatbesucherinnen pflanzte Dr. Wilma Rademacher-Braick einen Baum: Lea Sassoon, geboren am 15.08.1934 in Vallendar, gestorben am 12.11.2021 in Tel Aviv. Ihrer Mutter, Erna Levy, geb. Scheye, war es noch in den dreißiger Jahren gelungen, dem Naziterror mit ihrer Tochter zu entkommen.
Lea Sassoon hat an die zwanzigmal am Heimatbesuch der CJG teilgenommen. Es lag ihr viel daran, sich an ihre Wurzeln am Rhein zu erinnern, aber auch von ihrer neuen Heimat Israel zu erzählen. Viele, viele Jahre lang war ein Heimatbesuch ohne einen bis ins Detail vorbereiteten Vortrag von Lea Sassoon im Gemeindesaal der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz kaum vorstellbar. Die CJG verliert mit ihr eine wache, couragierte Frau und eine der letzten Zeitzeuginnen der 1. Generation.
(Der Vallendarer Festtagswald entsteht auf einer Lichtung am dortigen Panoramaweg (parallel der Jahnstraße auf der Höhe der Sporthalle der Realschule plus). Die Bäumchen sind mit Namensschildchen kenntlich gemacht.)
Möge die Erinnerung an Paul Eisenkopf und Lea Sassoon ein Segen sein!
(Dr. Wilma Rademacher-Braick)


Übergabe der Publikation "Jüdisches Leben in Koblenz und Umgebung" an die Jüdische Kultusgemeinde und die CJG am 14. März 2022

Die Koblenzer Kulturdezernentin, PD Dr. Margit Theis-Scholz, nahm das Purim-Fest 2022 zum Anlass, feierlich die Broschüre „Jüdisches Leben in Koblenz und Umgebung“ zu überreichen. Stellvertretend für die Herausgeber waren Dr. Andreas Metzing, Evangelische Kirche im Rheinland. Archivstelle Boppard, und apl. Prof. Dr. Thomas M. Schneider, Universität Koblenz-Landau, im Gemeindesaal der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz zugegen. Deren 1. Vorsitzende, Avadislav Avadiev, und die Geschäftsführerin der CJG, Dr. Wilma Rademacher-Braick, dankten der Stadt Koblenz dafür, dass die Broschüre kostenlos an Koblenzer Schulen weitergegeben werden kann. Die Geschichte jüdischer Bürgerinnen und Bürger verstärkt im Unterricht zu behandeln ergänzt in guter Weise die Stolpersteinpatenschaften von Schulen. Einige „exemplarische Unterrichtsmaterialien und -ideen samt Hinweisen für die Lehrkräfte“ (so die Herausgeber im Vorwort der Broschüre) laden dazu ein, jungen Menschen „Jüdisches Leben in Koblenz und Umgebung“ als selbstverständlichen Teil der Orts- und Regionalgeschichte näher zu bringen.
(Dr. Wilma Rademacher-Braick)

 

Woche der Brüderlichkeit vom 6.-13. März 2022

Am Sonntag, 6. März 2022, wurde die Woche der Brüderlichkeit in Osnabrück eröffnet. Sie stand in diesem Jahr unter dem Motto "Fair Play - Jeder Mensch zählt". Die Eröffnungsveranstaltung wurde als Online-Veranstaltung konzipiert und per Livestream übertragen. Nähere Informationen unter: https://www.deutscher-koordinierungsrat.de/wdb-aktuell
In Koblenz konnte auch in diesem Jahr bedauerlicherweise keine eigene Veranstaltung stattfinden. Der Vorstand hatte die Mitglieder der Gesellschaft zuvor mit einem Schreiben und einer Grußkarte darüber informiert. Die Grußkarte, die Sie hier finden, lässt uns einen Blick tun in den Innenraum der Koblenzer Synagoge und spricht mit einem Motiv des Wandgemäldes im Gemeindesaal unser aller Wunsch nach SHALOM aus.
"Fair Play - Jeder Mensch zählt" – dieses Motto der Woche der Brüderlichkeit hat in ungeahnter Weise Aktualität bekommen. Es ist Beschreibung dessen, was für uns Geltung hat und zugleich Handlungsaufforderung ist. Beten wir um Frieden in Europa, setzen uns nach Kräften für ihn ein, und halten wir dabei Frieden in unserem Umfeld!
(Dr. Wilma Rademacher-Braick)


Gedenken an die NS-Opfer am 27. Januar 2022

Gedenken an die NS-Opfer am 27. Januar 2022 anlässlich der Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar 1945
Am diesjährigen 27. Januar gedachte Koblenz „der ehemaligen, vor allem jüdischen Nachbarn aus Koblenz und Umgebung, die dem Rassenhass Hitler-Deutschlands zum Opfer fielen, in sieben Deportationen von Koblenz aus ‚nach dem Osten‘ verschleppt und im Holocaust ermordet wurden“ (Handzettel der Stadt Koblenz sowie der ausrichtenden Vereine: Förderverein Mahnmal Koblenz, CJG und Freundschaftskreis Koblenz - PetahTikva).
Die Gedenkveranstaltung auf dem Reichensperger Platz fand wegen der Corona-Pandemie nur im kleinen Rahmen eingeladener Gäste statt.
Die anschließende Gedenkstunde in der Citykirche am Jesuitenplatz wurde ohne Publikum aufgezeichnet und konnte per Livestream miterlebt werden. Es sprachen der Oberbürgermeister der Stadt Koblenz, David Langner, der Vorsitzende des Fördervereins Mahnmal, Dr. Jürgen Schumacher, Superintendent Rolf Stahl (Evangelische Kirche), Dechant Thomas Darscheid (Katholische Kirche), Pfarrer Ralf Staymann (Altkatholische Kirche) sowie ein Vertreter der Jüdischen Kultusgemeinde. Die musikalische Gestaltung lag in den Händen von Santana Reinhardt.
(Dr. Wilma Rademacher-Braick)


Paul-Eisenkopf-Preis

eisenkopfklein Zur bundesweiten Woche der Brüderlichkeit im März lobt die Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit in allen ungeraden Jahren den mit 1000 EUR dotierten Paul-Eisenkopf-Preis aus. Mit dem Preis sollen Personen, Schulklassen oder andere Gruppen ausgezeichnet werden, die sich im Bewusstsein der deutschen Vergangenheit um das Gelingen des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Religion, Herkunft, Nationalität, Kultur und Weltanschauung bemüht haben beziehungsweise bemühen.

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Stolpersteine

steineAuf Bitten des Kulturausschusses der Stadt Koblenz hat die Christlich-Jüdische Gesellschaft die Recherche, Koordination und Finanzierung des Gedenkprojektes „Stolpersteine“ übernommen. Dabei werden vor dem letzten selbst gewählten Wohnort der Nazi-Opfer Messingplaketten verlegt, auf denen Name, Vorname, Jahrgang und Schicksal der betreffenden Person doku­mentiert sind.

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Links

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der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit.

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