Aktuelles

Informationen zu länger zurückliegenden Veranstaltungen sind unter dem Menüpunkt BERICHTE zu finden.

 

Das jüdische Koblenz – Was wir über das jüdische Leben zwischen Rhein und Mosel nicht wissen

21.09.2021

Einen Vortrag mit dieser Überschrift hielt Dr. Ittai Joseph Tamari, seit 16 Jahren Leiter des Zentralarchivs zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland, am 14. September 2021 im Bundesarchiv Koblenz. Just am Vormittag dieses Tages hatte das Zentralarchiv in Heidelberg seinen Umzug vom Jahresbeginn in neue Räume gefeiert.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz K.d.ö.R., dem Freundschaftskreis Koblenz-Petah Tikva e.V., der Christlich-Jüdischen Gesellschaft für Brüderlichkeit e.V. Koblenz und dem Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V. statt. Der erste öffentliche Vortrag im Bundesarchiv unter Pandemiebedingungen im Jahr 2021 war sehr gut nachgefragt.

Dr. Tamari schlug zu Beginn seines Vortrags den Bogen zum Umzug des Zentralarchivs und erklärte zur Freude der Zuhörerschaft, man baue keine neuen Archivräume, wenn man wieder gehen wolle. Vielmehr formuliere man die Botschaft: Wir sind da, und wir werden hier eine Geschichte haben.

Schnell machte Dr. Tamari deutlich, dass er die Überschrift seines Vortrags mit Bedacht gewählt hatte. Er werde, führte er aus, über eine Lücke sprechen, die es noch zu füllen gelte. Wie fesselnd und bisweilen vergnüglich er das zu tun verstand! Wer erwartet hatte, ausschließlich akribisch zusammengetragene Daten mitschreiben zu können, ging mit einigen wenigen Notizen nach Hause. Alle aber, die sich auf eine Erzählung über jüdisches Leben in Koblenz seit Beginn des 12. Jahrhunderts einließen, gerieten in den Bann des Referenten.

Bekannte jüdische Gelehrte und Rabbiner, die es nachweislich in Koblenz gegeben habe, hätten, so Dr. Tamari, immer wieder Schüler zum Lernen, zum Gespräch und zum Fragen um sich versammelt. Koblenz sei einer der Orte mit Ausstrahlungs- und Anziehungskraft gewesen, in dem jüdische Menschen in die „Magie des Lernens“ hineingenommen worden seien und von wo aus sie weitergezogen seien.

Dass Koblenz jahrhundertelang ein Ort jüdischer Gelehrsamkeit gewesen sei, werde man, so Dr. Tamari, als Ergebnis noch zu tätigender Forschung eines Tages deutlicher als heute belegen können. Zunehmend mehr in digitalisierter Form verfügbare Texte würden es erleichtern, eines Tages die hier und da noch versteckte Geschichte von jüdischem Leben in Koblenz schreiben zu können.

 

Die Grundlage des Judentums Religion oder Lebensweise? 16.11.2021, 18:00-19:30 Uhr

Am 16.11.2021, 18:00-19:30 Uhr, gibt es einen Vortrag des jüdischen Vorsitzenden der CJG und Vorsitzenden der Jüdischen Kultus-Gemeinde Koblenz, Avadislav Avadiev: R30907 „Die Grundlage des Judentums Religion oder Lebensweise?“ Die Grundlage des jüdischen Glaubens findet sich in den fünf Büchern Mose, die auch Tora genannt werden. Einige Begriffe des Judentums haben Sie sicher schon gehört. Aber wissen Sie genau, was sie tatsächlich bedeuten und wie wichtig sie sind? Warum nennt man Juden das Volk des Buches? Was bedeutet die Tora für die Juden, und warum ist die Beschneidung sehr wichtig? Wie feiert man Shabbat, und welche Regeln gibt es? Warum haben Juden einen eigenen Kalender, warum isst man am Pessachfest Mazzot, warum trägt man Kippa und wozu braucht man Minjan? Diese und viele andere Fragen werden Ihnen direkt im Synagogenraum beantwortet. Ort: in den Räumen der Jüdischen Kultus-Gemeinde Koblenz, Schwerzstr. 14. Der Eintritt ist frei. Bitte melden Sie sich an bei der Katholischen Familienbildungsstätte / Mehrgenerationenhaus Koblenz www.fbs-koblenz.de; Tel.: 0261 35679!

Pogromgedenken, 14.11.2021, 15:00 Uhr

Am 14.11.2021, 15:00 Uhr, findet im Gemeindesaal der Synagoge Koblenz das diesjährige Pogromgedenken mit anschließender Kranzniederlegung auf dem jüdischen Friedhof statt. Sprechen werden u. a. Oberbürgermeister Langner, der jüdische Vorsitzende der CJG, Avadialav Avadiev, sowie Pastoralreferentin i.R. Jutta Lehnert.

Moderiertes Konzert „BEGEGNUNGEN. Shalom chaverim.

Am 23.10.2021, 19:30 Uhr, gibt es im Görreshaus in Koblenz ein Moderiertes Konzert „BEGEGNUNGEN. Shalom chaverim.

Musik von jüdischen Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts“. Das Trio David Arbeiter, Katharina Wimmer und Ingrid Wendel spiegelt die Entwicklung der Musik jüdischer Komponisten innerhalb dieser Zeit und spannt den Bogen von Ernest Bloch bis Paul Schönfield.

Das Plakat zur Veranstaltung finden Sie HIER.

Veranstalter: CJG und Jüdische Kultus-Gemeinde Koblenz in Kooperation mit dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie. Kartenwünsche melden Sie bitte an im Orchesterbüro des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie, Telefon: 0261 3012 – 272!

Seminarreihe "Talmud und Bibel in jüdischer und christlicher Perspektive"

Online am 20.10.2021, 19:00 – 20:30 h

Der Talmud ist eines der wichtigsten Werke des Judentums, über das Christen in der Regel kaum etwas wissen. An drei Abenden gehen die beiden Referenten folgenden Fragen nach: Was ist der Talmud als literarisches Werk? Welchen Stellenwert hat er im Judentum in Geschichte und Gegenwart? Wie geht ein Rabbiner heute mit dem Talmud um? In welchem Verhältnis steht er zum Tanach, der hebräischen Bibel? In welchem Verhältnis steht der Talmud zum Neuen Testament? Welches Bild von Jesus wird im Talmud vermittelt? Wie geht man heute im Christentum mit dem Talmud um?

Referenten: Oberrabbiner David Geballe, Jüdische Gemeinde Duisburg, und Landespfarrer Wolfgang Hüllstrung, Beauftragter der Evangelischen Kirche im Rheinland für das christlich-jüdische Gespräch und Vorsitzender der CJG.

Die Online-Seminarreihe besteht aus drei Einheiten: (am 17.8.2021) am 20.10.2021 und einem Termin im November, jeweils 19:00 - 20.30 Uhr. Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich. Sie erfolgt per Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, unter Angabe des Stichworts "Talmud". Nach Anmeldung erhält man per Email den Zugangslink zum Online-Seminar.

Mitgliederversammlung am 30.09.2021

Im Brief vom Frühjahr 2021 hatten wir bereits zur nächsten Mitgliederversammlung eingeladen und die Tagesordnung bekanntgegeben.

Die Versammlung soll stattfinden am 30. September 2021, 18-20 Uhr, im Gemeindesaal der Jüdischen Kultus-Gemeinde Koblenz, Schwerzstraße 14.

Eine Anmeldung ist notwendig bis zum 6. September: bitte per Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bzw. postalisch an die Geschäftsführerin (s. unter Kontakte). Diejenigen, die sich postalisch anmelden, bitten wir um Angabe einer Telefonnummer, damit wir kurzfristige Änderungen rasch kommunizieren können. Bitte schicken Sie uns nur Anmeldungen, keine Abmeldungen!

Outdoor-Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung"

Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“, 10.09. - 3.10.2021

Wir freuen uns sehr, dass es gelungen ist, die Wanderausstellung nach Koblenz zu holen. Der Sportbund Rheinland bewirbt die Veranstaltung mit folgenden Worten:
"Anlässlich '1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland' wird der Sportbund Rheinland gemeinsam mit der Stadt Koblenz und dem Zentrum deutsche Sportgeschichte Berlin-Brandenburg e.V. auf Anregung und mit tatkräftiger Unterstützung der Christlich-Jüdischen Gesellschaft für Brüderlichkeit e.V. Koblenz im September auf das vielfältige Leben jüdischer Sportler in Deutschland hinweisen.

Im Blickpunkt stehen dabei besonders die vergangenen 100 Jahre. Vom 9. September bis 1. Oktober wird dazu auf dem Clemensplatz eine Open-Air-Ausstellung mit insgesamt 16 lebensgroßen Stelen zu sehen sein.

Folgende ehemalige Sportler stehen dabei stellvertretend für die ehemalige Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland: Rudi Ball (Vizeweltmeister und Europameister 1930 im Eishockey), Hermann und Julius Baruch (Europameister im Ringen 1924 bzw. Europameister im Gewichtheben 1924), Walther Bensemann (Pionier des deutschen Fußballs), Gretel Bergmann (Britische Meisterin im Hochsprung 1934), Alfred und Gustav Felix Flatow (Olympiasieger am Barren und Reck in Athen 1896), Gottfried Fuchs (sechsmaliger Fußballnationalspieler von 1911–1913), Lilli Henoch (Deutsche Meisterin im Diskuswurf, Kugelstoßen, Weitsprung und der 4-mal-100-Meter-Staffel), Julius Hirsch (siebenmaliger Fußballnationalspieler von 1911–1913), Martha Jacob (Deutsche Meisterin im Speerwurf 1929), Ralph Klein (Basketballspieler), Emanuel Lasker (Schach-Weltmeister 1894–1921), Helene Mayer (Olympiasiegerin im Fechten 1928, erste Fecht-Weltmeisterin 1937 und Europameisterin 1929 und 1931), Nelly Neppach (Deutsche Tennis-Meisterin 1925), Sarah Poewe (Bronze über 4 mal 100 Meter Lagen bei den Olympischen Spielen in Athen 2004) und Erich Seelig, (Boxer, Deutscher Meister im Mittelgewicht 1931 und Deutscher Meister im Halbschwergewicht 1933)."

SUKKOT / Laubhüttenfest vom 20. - 27.09.2021

Jeweils ab 18:00 Uhr, in den Räumen der Jüdischen Kultus-Gemeinde Koblenz

Die hiesige Jüdische Kultus-Gemeinde wollte in der Zeit vom 20. - 27. September, jeweils ab 18 Uhr, mit Unterstützung der CJG im Rahmen der bundesweiten Festwoche SUKKOT XXL ("1700 Jahre jüdisches Leben nördlich der Alpen") auf der Wiese in der Weißer Gasse mit einem kleinen Programm präsent sein. Einen besseren Ort in Koblenz für die Festwoche als die Wiese hätte es nicht geben können. An diesem Ort wird die neue Synagoge gebaut werden. Es wäre ein Zeichen gewesen: Die Jüdische Kultus-Gemeinde ist sichtbarer Teil der Koblenzer Bürgerschaft und mit Freunden und Unterstützern an ihrem künftigen Ort angekommen.

Aber die Wiese bot, da ohne Infrastruktur, jede Menge unerwarteter und von einem gewissen Punkt an nicht mehr meisterbarer Herausforderungen. Deshalb wurden die Feierlichkeiten zu Sukkot in die Räumlichkeiten der Jüdischen Kultus-Gemeinde verlegt. Freuen Sie sich mit allen Organisator/innen auf ein vielseitiges Programm! Und erfreuen Sie alle, die die Festwoche vorbereitet haben, durch Ihr zahlreiches Erscheinen!

Die Einladung zur Festwoche mit dem Programm finden Sie HIER. Gefördert wird die Festwoche durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“.

Es können ausschließlich Personen teilnehmen, die sich bis zum 17. September angemeldet haben. Ansonsten gilt die 3-G-Regel. Den Nachweis legen Sie zur Teilnahme bitte unaufgefordert vor! Zudem sind die gängigen Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.

 

Jüdische Feste und Bräuche, Vortrag vom 01.07.2021

Am 1.07.2021 gab es einen Vortrag des jüdischen Vorsitzenden der CJG und Vorsitzenden der Jüdischen Kultus-Gemeinde Koblenz, Herr Avadislav Avadiev. Einige jüdische Feste und Bräuche muten bekannt an, trug er vor: Pessach, Neujahrsfest, Kerzen in der dunklen Jahreszeit an Chanukka ... Aber kennen Sie auch Jom Kippur – einen Tag in Stille, Gedanken und voller Gebete, das jüdische Laubhüttenfest Sukkot oder Purim, ein sehr ausgelassenes Fest? Der Vortrag fand in den Räumen der Jüdischen Kultus-Gemeinde Koblenz statt.

AUF FRÜHJAHR 2022 VERSCHOBEN

10.10.2021, 17 Uhr, Chorkonzert im Rahmen des Jubiläumsjahrs "1700 Jahre jüdisches Leben": „Psalmen aus christlichen und jüdischen Quellen: Vesperpsalmen von Asprilio Pacelli und Hebräische Psalmen von Salamone Rossi“. Mitwirkende: Vokalensemble Cantus Floridus, Cappella Confluentes, unter der Leitung von Jörn Andresen Das Konzert findet in der Florinskirche Koblenz statt (Florinsmarkt, 56068 Koblenz)

AUF FRÜHJAHR 2022 VERSCHOBEN Ausstellung "Lebens.Kunst.Weisheit"

Die geplante Präsentation der Ausstellung "Lebens.Kunst.Weisheit", die Ende April in der Citykirche eröffnet werden sollte, musste ein weiteres Mal abgesagt bzw. verschoben werden. Dieses Projekt, bei dem wir als Kooperationspartnern mit dem Bistum Trier, der Katholischen Hochschulgemeinde Koblenz, der Katholischen Erwachsenenbildung, dem Dekanat/Citykirche und der Stadt Koblenz zusammenarbeiten, soll nun im Jahr 2022 stattfinden.

50-jähriges Jubiläum der CJG am 15.04.2021

Unsere Gesellschaft wurde am 15. April 1971 gegründet, sie besteht nun also seit einem halben Jahrhundert.

Welch eine lange Zeit!

Die Wiege der Gesellschaft war die ökumenische Bildungs- und Begegnungsstätte Hedwig-Dransfeld-Haus in Bendorf. Die aus Kontakten zum Leo-Baeck-College in London entstandene jüdisch-christliche Bibelwoche und die aus dem Kontakt zur Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz hervorgegangene christlich-jüdische Arbeitsgemeinschaft im mittelrheinischen Raum führten am 15. April 1971 zu dem offiziellen Beschluss, eine solche Gesellschaft für Koblenz zu gründen. Noch im Mai desselben Jahres erfolgte die Aufnahme in den Deutschen Koordinierungsrat.

Wir wollten dieses besondere Jubiläum punktgenau am 15. April 2021 im Historischen Rathaussaal feiern. Elmar Ries, langjähriger Vorsitzender der CJG, hätte sich darüber gefreut, seinen Festvortrag vor einem großen Publikum halten zu können, mit uns gute Musik zu genießen sowie Grußworten aus Stadt und Land zu lauschen.

Beim anschließenden Empfang wäre man ins Gespräch gekommen und hätte sich über alte Zeiten und neue Vorhaben ausgetauscht. Wie war das damals? Manches ging 1971 schneller als heute. So wundert man sich über einen wie selbstverständlich klingenden Satz im Gründungsprotokoll vom 15. April: Drei der acht Gründungsmitglieder werden beauftragt, „zum 21. ds. Js. eine Satzung des Vereins zu erarbeiten und zur Unterschrift vorzulegen.“ Heute würde das geringfügig länger als sechs Tage dauern. Andere Zeiten, andere Abläufe!

Corona macht uns für 2021 einen Strich durch die Rechnung. Wir haben die Jubiläumsfeier auf 2022 verschieben müssen. Dann auf ein Neues … im Historischen Rathaussaal in Koblenz!

 

Paul-Eisenkopf-Preis

eisenkopfklein Zur bundesweiten Woche der Brüderlichkeit im März lobt die Christlich-Jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit in allen ungeraden Jahren den mit 1000 EUR dotierten Paul-Eisenkopf-Preis aus. Mit dem Preis sollen Personen, Schulklassen oder andere Gruppen ausgezeichnet werden, die sich im Bewusstsein der deutschen Vergangenheit um das Gelingen des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Religion, Herkunft, Nationalität, Kultur und Weltanschauung bemüht haben beziehungsweise bemühen.

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Stolpersteine

steineAuf Bitten des Kulturausschusses der Stadt Koblenz hat die Christlich-Jüdische Gesellschaft die Recherche, Koordination und Finanzierung des Gedenkprojektes „Stolpersteine“ übernommen. Dabei werden vor dem letzten selbst gewählten Wohnort der Nazi-Opfer Messingplaketten verlegt, auf denen Name, Vorname, Jahrgang und Schicksal der betreffenden Person doku­mentiert sind.

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Links

logo cjg 100und weiterführende Informationen

der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit.

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